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Tengo Un Sueno
Ich hatte einen Traum
In welchem ich ein Andrer war
Ein andrer Mensch als der zuvor
Nicht dieses Land in welchem ich geboren war
War mein Land – ein anderes Land, weit weg von da,
Wo ich eigentlich sein soll.
Es rührte mich eine Sehnsucht, die tiefer schien als alles was ich kannte
Und Meere begannen zu fließen
Mein Auge, welches viel zu lange trocken,
verschwomm mit nie gekannten Farben
Eine Stimme in mir, sie sang von Melancholie
das Wort, was hier nichts zu bedeuten hat
Tief unter mir wo ich sein darf
Gibt es eine Brandung, die so beseelt mir scheint
Und weinen darf ?
Sie weint und singt um nie gelebtes Gut
In meinem Herzen, sie heilt die wunden Risse
Derer ich mich ausgesetzt fühle
Sie füllt mich mit der Weite einer unendlichen
Liebe, die ganz mich macht.
Melancholie, das Wort was hier
Verkümmern soll, weil niemand hören möcht’
Dass wir auch andre sind in unserem Sein
Weil es uns wissen lässt,
dass wir umsonst nach Ganzheit streben
Ich fließe vor mir selbst davon
In unbekannte Gewässer
Halte mich an nichts mehr fest
Und lausche andachtsvoll dem Laut-Gesang,
der fern mir scheint und doch so klar
bin ich es und bin ich es nicht
die da so schreit mit zarter Stimme
von fremden Zungen. Die meine Sprache leugnet
und meine Lippen besetzt
Ozeanischer Traum, wo bringst Du mich hin
und lässt Du mich jemals zurück?
Und will ich jemals zurück, dahin wo Augen
trockenen Glanzes an mir vorüber blicken
Wie kann ich je die sein,
die vorher ich zu sein schien
wenn ich weiß was anderswo in mir auch schläft?
Du Traum der schläfrig macht und wach wie nie
Wacht über mir wie Tag und Nacht
Und sie die dort von Seele singt,
hier schläft sie nun und dringt hinein
in unendliches tiefes Sein
h.k. 08.06
„…er hielt Melancholie für eine zeitlose Erfahrung…etwas vom kostbarsten, was Menschen kannten, weil sich in ihr die ganze Zerbrechlichkeit des Mensch-Sein zeigt…“
Dieser Satz aus „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier gab mir die Inspiration für dieses Gedicht.
